Gemeindewahlprogramm 2011 - 2016

Familie, Kinder, Jugend und Senioren

Durch die demographische Entwicklung wird im Süden Niedersachsens die Bevölkerungs-zahl um mehr als 5 % zurückgehen. Das be-deutet z.B. Leerstände in den Gemeinden, Rückgang von Arbeitsplätzen und höhere Kos-ten für die Gemeindeeinrichtungen, wie Trink-wasserversorgung und Abwasserentsorgung als zwei Beispiele.
Die SPD Katlenburg–Lindau will dieses Szena-rio möglichst verhindern, indem sie Bedingun-gen schafft, die für junge Familien mit Kin-dern so attraktiv sind, dass diese in unserer Gemeinde wohnen bleiben oder zuziehen.
Dazu gehören Spielplätze in den Wohngebie-ten und ausreichend Kindergarten-, Krippen- und Hortplätze.

In der neuen Wahlperiode wird sich die SPD dafür einsetzen, dass die runderneuerte Burgbergschule weiterhin ausreichend Mittel erhält, um auch weiterhin gute pädagogische Betreuung der Grundschüler gewährleisten zu können.
Wir unterstützen auch die Einführung von Integrationsplätzen der Gemeinde und die Einrichtung von Integrationsklassen in Schulen, sowie die Verbesserung der behindertengerechten Infrastruktur in den öffentlichen Einrichtungen.
Durch den Rückgang der Geburten gehen auch die Schülerzahlen zurück. Dies gefährdet die Existenz von Schulstandorten. Die SPD wird sich durch ihre Kreistagsabgeordneten aus dem Gemeindegebiet beim Landkreis dafür einsetzen, dass der Schulstandort in Lindau, der in den letzten Jahren baulich auf den neuesten Stand gebracht wurde, weiterhin für unsere Schüler erhalten bleibt.
Der Schülertransport soll so gestaltet werden, dass es keine langen Wartezeiten und überfüllte Schulbusse gibt.

Die Senioren bilden eine immer größer werdende Gruppe in der Gesellschaft. Ihre Arbeitskraft hat die Wirtschaftskraft unseres Staates mit geschaffen. Dass sie einen würdigen Lebensabend verbringen können, sieht die SPD Katlenburg–Lindau als ihre Pflicht an. Deshalb unterstützt sie die Schaffung von altengerechten Wohnungen und Seniorenein-richtungen, sowie Senioren– und Pflegeheimen im Gemeindegebiet.

Örtliche Bündnisse für Familien sollen Rahmenbedingungen für eine familienfreundliche Gemeinde schaffen. Darum wird die SPD sich stark machen, das Bündnis für Familien in der Gemeinde weiterhin zu unterstützen.

In diesem Bündnis sollen sich Bürger zusammenfinden und Ideen entwickeln, die helfen, dass die Menschen gern in Katlenburg–Lindau leben wollen.

Einen besonderen Stellenwert für die SPD hat die Förderung der Jugendarbeit. Dies verstehen wir als Investition in die Zukunft. Die Stelle des Gemeindejugendpflegers muss zum Beispiel erhalten bleiben, damit die Arbeit der ehrenamtlichen Ortsjugendpfleger weiterhin unterstützt werden kann.
Für eine sinnvolle Freizeitgestaltung neben den Aktivitäten in den Vereinen müssen in allen Ortschaften geeignete Räume für die Jugendlichen zur Verfügung stehen.
Eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Projekten, die sie betreffen, ist für die SPD Katlenburg–Lindau selbstverständlich.


Gesundheit

Wir werden weiterhin für die Aufrechterhaltung der vorhandenen Infrastruktur im Gesundheitsbereich werben, insbesondere im Bereich der ambulanten Pflegedienste, sowie im Rahmen unserer Möglichkeiten auch für eine ausreichende hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum.


Vereine, Feuerwehren, Gleichstellung

Frauen, Männer und Jugendliche tragen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement in vielen Bereichen wesentlich zur Ausgestaltung der örtlichen Lebensverhältnisse bei. Dies gilt z.B. sowohl für die zeit- und kraftaufwändige Arbeit in Vereinen und Kirchen, als auch bei den Landfrauen und natürlich den örtlichen Feuerwehren.
Die SPD in Katlenburg-Lindau wird auch in der Zukunft die freiwillige bzw. ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde unterstützen. Aufgrund der engen finanziellen Spielräume müssen zwar Schwerpunkte in den einzelnen Ortschaften gesetzt werden; dabei wird aber der finanzielle und soziale Mehrwert von „Investitionen“ in Gemeinschaftsarbeit von uns berücksichtigt werden.
Mehr als die Hälfte unserer Gesellschaft sind Frauen und gerade diese tragen im ländlichen Bereich durch ihre Tatkraft und ihr Interesse an der Gemeinschaft viel zu deren Gelingen und ihrem Fortbestehen bei. Grundsätzlich setzt sich die SPD für die Gleichberechtigung von Frauen in allen Bereichen der Gemeinde ein.
Leider ist die Stelle der ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten in unserer Gemeinde vakant. Wir arbeiten daran, diese Lücke zu schließen. Die Arbeit soll auf jeden Fall mit den entsprechenden Haushaltsmitteln für die unterschiedlichsten Aktivitäten wie z.B. Fortbildung für Frauen, Mädchenarbeit, Ausstellungen etc. unterstützt werden.


Trinkwasserversorgung

Das Trinkwasser ist unser wichtigstes Grundnahrungsmittel.
Für die SPD ist es nach wie vor von besonde-rer Wichtigkeit, die Qualität und die ausrei-chende Versorgung in unserer Gemeinde sicherzustellen.
Mit dem Neubau einer Brunnenanlage in Gillersheim und den Neubauten der Hochbehälter in Katlenburg und Gillersheim sowie die Verbindung aller Ortsteile (außer dem Ortsteil Lindau) mittels einer Ringleitung hat die Gemeinde für die Zukunft die Grundlagen einer sicheren und effizienten Wasserversorgung geschaffen.
Alle unserere Wassergewinnungsanlagen liegen im Gemeindegebiet und sind durch Ausweisung von Wasserschutzgebieten weitestgehend gegen Umwelteinflüsse gesichert.
Ein weiterer Schwerpunkt der Wasserversorgung ist zukünftig die Sanierung bzw. Erneuerung der teilweise überalterten Rohrleitungen in den bestehenden Ortsnetzen.
Alle diese Maßnahmen wurden von der SPD Katlenburg–Lindau maßgeblich gefordert und realisiert.
Es besteht auch weiterhin der Grundsatz der SPD in Katlenburg–Lindau, die Trinkwasserversorgung in eigener Regie der Gemeinde zu betreiben und nicht wirtschaftlichen Interessen zu opfern.
Gutes Trinkwasser, in ausreichender Menge, auf niedrigem Preisniveau – diese Kernaussage gilt seit Jahren und wird von einer SPD-Mehrheit in einem zukünftigen Gemeinderat aufrecht erhalten.


Hochwasserschutz

Der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger vor Hochwassergefahren muss auch weiterhin in allen Ortsteilen voran getrieben werden.
Die bereits ausgeführten Maßnahmen in den Ortsteilen Gillersheim, Lindau und Katlenburg zeigen gute Erfolge.
Entsprechende Haushaltsmittel für die Schaffung von weiteren Regenrückhaltebecken, Hochwasserschutzwällen sowie Entlastungs-rohrleitungen in angemessener Modalität ist sicherzustellen. Alle Möglichkeiten aus sich ergebenden Förderprogrammen und mögliche Bezuschussung sind auszuschöpfen.
Die SPD Katlenburg–Lindau wird sich auch weiterhin mit Nachdruck für den Hochwasserschutz einsetzen.


Dorferneuerung und Städtebauförderung

Nach den abgeschlossenen Dorferneuerungsprogrammen in Gillersheim, Elvershausen und Berka läuft z.Z. in den Ortschaften Wachenhausen und Suterode die Fortsetzung der Dorferneuerung. Hier wird die SPD in Zukunft dafür sorgen, bei entsprechenden Zuschüssen die Dorferneuerungen aus dem Gemeindehaushalt zu unterstützen.
Die erzielten Ergebnisse aus den laufenden Dorferneuerungsprogrammen sind unmittelbar an den sehr guten Platzierungen unserer Ortschaften bei den Wettbewerben „Unser Dorf hat Zukunft“ abzulesen. Die SPD setzt sich weiterhin für diese Programme ein, damit sich die Bürger in den Ortsteilen in einer dörflichen Idylle wohlfühlen.
Die Ortschaften Katlenburg und Lindau sind im Jahr 2005 in das Programm der Stadtsanierung aufgenommen worden. Hier ist unter großer finanzieller Beteiligung der Gemeinde Katlenburg-Lindau in den Ortsteilen viel investiert worden. Für die SPD gilt es, auch weiterhin in guter Zusammenarbeit mit den Ortsräten und den Bürgern der Ortschaften sinnvolle und geeignete Projekte aufzustellen, um ein Höchstmaß an Fördermitteln aus dem Stadtsanierungsprogramm zu erreichen.
Die Gemeindeverwaltung soll sich weiterhin mit Unterstützung einer SPD-Mehrheit bemühen, für geeignete Projekte Mittel der EU und des Landes einzuwerben.


Denkmalschutz

Ein Wahrzeichen der Gemeinde ist der Katlenburg-Komplex.
Die Sanierungsarbeiten an der Reithalle und den Außenanlagen sind bereits abgeschlossen. Die weitere Sanierung der restlichen Gebäude will die SPD vorantreiben.
Für den Erhalt der Bausubstanz sowie der Gestaltung der Außenanlagen auf dem historischen Burgberg fordern die Sozialdemokraten auch weiterhin die Sanierung. Die Städtebauförderung bildet hierfür die Grundlage der Finanzierung.
Der Platz um die katholische Kirche in Lindau wird in Abstimmung mit dem Bistum Hildesheim z.Z. neu gestaltet.
Weitere sinnvolle Arbeiten für den Denkmalschutz, wie z.B. das Mushaus in Lindau, werden mit den zuständigen Ortsräten sorgfältig abgestimmt.


Wohnen

Wie bisher sollen die Belange von ruhigen Wohn- und Lebensverhältnissen sowie die von Natur- und Umweltschutz berücksichtigt werden. Auch macht sich die SPD dafür stark, dass sich die Finanzierungen der Anliegerstraßen in einem vernünftigen Rahmen bewegen. Weiterhin wird sich eine SPD-Mehrheit dafür einsetzen, dass mit den bestehenden bzw. künftigen Förderprogrammen die innerörtlichen Strukturen unserer Ortschaften erhalten bzw. ausgebaut und neue offene Wohnformen in den Ortskernen möglich werden.


Straßen und Verkehr

Die SPD wird versuchen, durch machbare und sinnvolle Verkehrs-beruhigungsmaßnahmen, die vom Straßenverkehr ausgehenden Emissionen für die Anlieger zu mindern.
Das gilt vor allem für stark befahrene Bundes- und Durchgangsstraßen.
Die SPD fordert, dass die Kreisstraßen zwischen Katlenburg und Suterode, zwischen Lindau und Gillersheim, zwischen Elvershausen und Hammenstedt und zwischen Gillersheim und Holzerode endlich ausgebaut werden. Ein positives Beispiel, wie solch ein Ausbau aussehen kann, ist die K 413 zwischen Wachenhausen und Gillersheim.
Marode innerörtliche Straßen sollten im Rahmen der Haushaltsmittel in einen ausgebauten Zustand gebracht werden. Hierzu sollen unbedingt auch Zuschüsse genutzt werden, die es bei Maßnahmen wie der „Dorferneuerung“ gibt.


Radwegesystem

Das Radwegenetz wurde kreisweit verbessert. Ziel der SPD ist es, dass in der Gemeinde Katlenburg-Lindau ein Radwegenetz entsteht, welches alle Ortsteile miteinander verbindet. Nach Möglichkeit sollen auch Lücken im Radwegenetz zu den Nachbarkommunen geschlossen werden, so dass ein Gesamtnetz entsteht.


Natur– und Umweltschutz

Die SPD Katlenburg–Lindau wird sich auch weiterhin in allen Bereichen für eine Berücksichtigung des Natur–und Umweltschutzes einsetzen.

Die fortschrittlich aufgestellten Energiekonzepte sowie eine sinnvolle Überwachung der Energiebewirtschaftung durch unseren Energie-beauftragten zeigen messbare Erfolge in allen gemeindlichen Bereichen.
Die erfolgreichen Aktivitäten des Energiebeauftragten werden von der SPD mit Nachdruck weiter realisiert, um weitere Einsparungen in diesem Bereich zu erreichen.
Die in allen Ortsteilen bestehenden bzw. geplanten Baugebiete sind mit großzügigen Gestaltungsmöglichkeiten aufgestellt und bieten weitreichende Vorteile für die Bauinteressenten.
Der Einbau von Solar- und Photovoltaikanlagen, Regenwasserzisternen sowie eine Oberflächenwasserversickerung ist grundsätzlich möglich. Sinnvolle Grünordnungspläne und sorgfältig abgestimmte Ausgleichs-maßnahmen ergänzen die Planungen.
Wir stehen im Grundsatz den regenerativen Energien positiv gegenüber. Bei dem Bau bzw. der Einrichtung von Windkraftanlagen werden wir sehr genau prüfen, inwieweit die Anlagen mit der Natur und unserer Umwelt im Einklang stehen. Die SPD wird auch weiterhin eine Beteiligung an der „Bioenergieoffensive Südniedersachsen“ prüfen und mit den Bauleitpla-nungen einen machbaren Rahmen unterstützen. Mit diesen Projekten können wir die Wertschöpfung in der Region erhalten und unserer Landwirtschaft Einkommensalternativen bieten.
Die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv an Maßnahmen des Naturschutzes zu beteiligen, sowie das ehrenamtliche Engagement werden seitens der SPD Katlenburg–Lindau besonders unterstützt.

Wirtschaft

Die Ansiedlung von Gewerbebetrieben im Gemeindegebiet hat die SPD in der Vergangenheit unterstützt. Sie wird dies auch in der Zukunft tun, um Arbeitsplätze im Gemeindegebiet zu erhalten und neue zu schaffen.


Finanzen

Die SPD hat in den letzten Jahren durch solide Finanzpolitik bei hohen Investitionsvolumen für einen ausgeglichenen Haushalt gesorgt.
Für die von der SPD verfolgten Ziele ist diese Finanzpolitik die Grundlage dafür.
Die Bürgerinnen und Bürger sollen nur soweit wie notwendig mit moderaten Gebühren und Steuern belastet werden.