Gorleben: Aus für Pilot-Anlage

 

Gorleben: Aus für Pilot-Anlage
Umweltminister Lies kündigte Rückbau an – Castor-Lager bleibt

HNA Northeimer Neueste Nachrichten7. September 2019
Gorleben – Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat das endgültige Aus einer Anlage zur Vorbereitung abgebrannter Brennelemente für die Zwischen- und Endlagerung auf dem Gelände des Zwischenlagers in Gorleben angekündigt. „Diese Anlage kommt weg“, sagte er am Freitag in Gorleben. „Der Weg dahin ist beschritten und wird noch einige Jahre dauern.“Der Rückbau sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Hintertür für ein Endlager Gorleben geschlossen werde.
In der „Pilot-Konditionierungsanlage“sollten Verfahren erprobt werden, um Brennelemente zu behandeln und endlagergerecht vorzubereiten. Zugelassen wurden nur Reparatur- und Wartungsarbeiten an eventuell beschädigten Atommüllbehältern. Die Anlage ist im Stand-by-Betrieb, wurde noch nicht genutzt. Niedersachsen könne gut darauf verzichten, nachdem mit dem Standortauswahlgesetz die Endlagersuche in ganz Deutschland gestartet wurde, sagte Lies.
Das Gebäude solle abgerissen werden, sagte Ewold Seeba, Vorsitzender der Geschäftsführung der Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Seit der Neuordnung der Zuständigkeit betreibt die BGZ das Zwischenlager. Die mehr als drei Jahrzehnte alte Anlage sei auch technisch überholt. Heute gebe es andere Möglichkeiten.
Auch das Abfalllager Gorleben (ALG) steht auf dem Gelände. Dort werden seit 1984 schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus Kernkraftwerken, Forschung und Industrie zwischengelagert.
Zum Komplex gehört zudem das Transportbehälterlager Gorleben. Die Transporte der Castor-Behälter mit hoch radioaktiven Inhalt stießen stets auf heftigen Protest von Atomkraftgegnern. Bis 2011 rollten 13 Castor-Transporte nach Gorleben. In der fensterlosen Halle warten 113 Behälter auf den Weitertransport in ein Endlager, das es noch nicht gibt. Kritiker wie von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg monieren angebliche Defizite beim Schutz vor Terroranschlägen oder Flugzeugabstürzen.
Das Castoren-Lager solle nun laut Lies mit einer zehn Meter hohen Mauer geschützt, im Inneren der Halle zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Die Castor-Behälter selbst würden einen zuverlässigen Schutz bieten, betonte Seeba. Nach Untersuchungen des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit würde der Absturz eines Großraumjets nicht zu nachteiligen Umweltauswirkungen führen, sagte BGZ-Sprecher Burghard Rosen.

 

 

 


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