Südlink

Suedlink: Die Frist läuft
Bürger können Einwände bei der Netzagentur einreichen

HNA Northeimer Neueste Nachrichten11. April 2019

Göttingen/ Northeim – Ab sofort läuft die Zeit für alle, die sich zum Verlauf der geplanten Starkstromtrasse Suedlink äußern wollen. Bis Freitag, 7. Juni, müssen die Einwendungen bei der Bundesnetzagentur (BNA) eingegangen sein. Später empfangene Einwendungen würden nur berücksichtigt, wenn sie für die Rechtmäßigkeit der Bundesfachplanung von Bedeutung seien, warnt die BNA.
Aktuell sind Einwendungen zu den Suedlink-Vorhaben 3 (von Brunsbüttel/ Schleswig-Holstein nach Großgartach/Baden-Württemberg) und Vorhaben 4
(von Wilster/Schleswig-Holstein bis Grafenrheinfeld/Bayern) möglich, in Südniedersachsen wäre deren Trassenverlauf identisch.
Jede Person und Umweltvereinigung darf sich zu den Trassenplänen äußern. Auch Landkreise und Kommunen können Einwendungen machen. Wer bereits Stellungnahmen an die Planer von Tennet oder TransnetBW gemacht hat, muss erneut aktiv werden: Es werden nur Einwendungen an die BNA berücksichtigt. Die Netzbetreiber leiten frühere Eingaben nicht an die BNA weiter, machten Firmenvertreter bei einem Infoabend deutlich.
Damit sich jeder ein Bild machen kann, wurden Kopien der Planungsakten öffentlich ausgelegt. Sie können bis Dienstag, 7. Mai, auch bei der Bundesnetzagentur in Göttingen, Bertha-von-Suttner-Straße 1, eingesehen werden. Auch sind alle Unterlagen im Internet abrufbar.
Bei sogenannten Infomärkten bietet Tennet den Bürgern ferner die Möglichkeit, sich an der Suche des Leitungsverlaufs zu beteiligen und Hinweise zu geben. Der Infomarkt für den Landkreis Northeim findet am Montag, 27. Mai, von 16 bis 19 Uhr in der Northeimer Stadthalle statt. Dann, so kündigte der Netzbetreiber an, stehen das Suedlink-Projektteam und die zuständen Fachplaner den Bürgern, aber auch der Vertretern der Städte und Gemeinden, zur Verfügung.
Göttingen – Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler lehnt den geplanten Verlauf der Stromtrasse Suedlink mitten durch die Ortschaften westlich von Göttingen kategorisch ab.
Das Stadtoberhaupt macht deutlich: „Die geplante SuedLink-Trasse ist für unseren Siedlungsraum und auch aus Naturschutzgründen nicht akzeptabel. Wir sagen daher deutlich Nein zum Suedlink durch Göttingen.“
Die Auswirkungen der unterirdischen Stromleitungen sind aus der Sicht von Köhler weder ausreichend erforscht noch langfristig erprobt. Deshalb könne eine Trasse nicht entlang bebauter Bereiche führen, unterstreicht der Oberbürgermeister.
Und weiter: „Der Westen ist der einzige Bereich, in dem es für unsere Stadt noch Entwicklungspotenzial gibt. Das lassen wir uns durch die geplante Trassenführung nicht zerstören. Bereits die Wahle-Mecklar-Leitung führt durch das westliche Stadtgebiet, für eine zweite Trasse ist kein Spielraum mehr vorhanden.“
Mit dem hessischen WerraMeißner-Kreis steht laut Oberbürgermeister Köhler ein Verbündeter zur Seite, der eine Trassenführung „West“ebenfalls nicht akzeptiert.
„Gemeinsam haben wir jetzt ein Gutachten in Auftrag geben, das die Raumwiderstände untersuchen soll“, berichtete der Oberbürgermeister. Ergebnisse aus dem Gutachten werden für Mitte April erwartet und in die Stellungnahme der Stadt eingearbeitet.
Auch der Landkreis Northeim habe ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. „Die Ergebnisse des Gutachtens werden in die Stellungnahme des Landkreises einfließen“, kündigte Pressesprecherin Claudia Hiller auf HNA-Anfrage an
Scharfe Kritik an der geplanten Trassenführung im Göttinger Westen übt auch die CDU-Ratsfraktion. Die Christdemokraten wollen sich deshalb für die Osttrasse über Duderstadt einsetzen. „Wir müssen die unbestrittene Last der Energiewende auf allen Schultern gleichmäßig verteilen. Dass nun neben dem Wahle-Mecklar-Erdkabel mit dem SuedLink eine zweite HöchstspannungsStromtrasse zu uns ins westliche Stadtgebiet kommen soll, die unsere Ortsteile durchtrennt und einkesselt und damit unsere Umwelt und Entwicklung in nicht absehbarer Art und Weise beeinträchtigen wird, dagegen setzen wir uns entschieden zur Wehr.“, sagte Ratsmitglied Katharina Schüle-Rennschuh zu den Plänen.
Außerdem will die Bürgerinitiative Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen unter der Internet-Adresse
www.bi-gegenwind.de Argumentationshilfen für Einwendungen veröffentlichen.
Weitere Informationen gibt es auf einer eigenen SuedLink-Seite der Stadt Göttingen.

Wann & Wo

Montag 27.05.2019
16:00 - 19:00 Uhr



Northeim / Stadthalle